Polsprünge und das Erdmagnetfeld

Der Polsprung ist ein Naturphänomen, dass erst seit wenigen Jahren bekannt ist. Dabei vertauschen die magnetischen Pole des Erdmagnetfeldes die Polarität. In historischen Zeiten ist ein Polsprung bisher nicht aufgetreten und die Auswirkungen sind spekulativ. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Polsprung viele elektrische Geräte zerstören würde. Dem Polsprung voran geht eine dramatische Abschwächung des Erdmagnetfeldes, dass uns vor dem Sonnenwind und kosmischer Strahlung schützt. Der Statistik nach leben wir in einer Zeit, in der ein Polsprung fällig wäre und tatsächlich wurde bereits in den letzten Jahren eine Abschwächung des Erdmagnetfeldes registriert.

Seit 170 Jahren schwächt sich das Erdmagnetfeld ab; es hat bereits 10 % seiner Stärke eingebüßt. Eine große Anomalie gibt es bereits jetzt über dem Südatlantik vor Argentinien; dort ist das Erdmagnetfeld bereits wesentlich schwächer.

Statistisch gesehen kam es in den letzten 160 Millionen Jahren alle 250.000 Jahre zu einem Polsprung, bei dem sich die Polarität des Erdmagnetfeldes umkehrt. Die Kompassnadel, die immer zum magnetischen Nordpol zeigt, würde sich nach einem Polsprung nach Süden ausrichten. In der Übergangszeit können zahlreiche Pole entstehen. Allerdings kollabierte das Erdmagnetfeld auch in Zeiten des Polsprungs nicht völlig; ca. 10% Reststärke würden erhalten bleiben. Scheinbar genug um die Lebewelt der Erde vor einem Massensterben zu bewahren.

Ein Polsprung ereignete sich zuletzt vor ca. 780.000. Unser direkter Vorfahre, der Homo erectus überlebte einen Polsprung also. Doch unsere moderne Elektrik ist für einen Polsprung anfällig. Besonders Satelliten wären von einem drastischen Rückgang der Feldstärke des Erdmagnetfeldes betroffen. Die Partikel des Sonnenwindes würde die Leiterbahnen der Computerchips zerschießen. Elektromagnetische Spannungsspitzen könnten zu Kurzschlüssen in Elektrizitätswerken führen und somit einen Ausfall der Energieversorgung bewirken.

Im Boden des Atlantischen Ozeans ist eine Art magnetisches Tagebuch unseres Planeten gespeichert, das Wissenschaftler lesen können. Anhand der Ausrichtung magnetischer Minerale lässt sich rekapitulieren wo sich im Laufe der Erdgeschichte die magnetischen Pole befanden.

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