Schädlinge und Plagen

Das Aufkommen großer Schädlingspopulationen, die Kulturpflanzungen zerstören und so den Ernteertrag des Menschen schmälern kann auch zu kompletten Ernteausfällen führen, wodurch Hungersnöte entstehen können. In diesem Zusammenhang spricht man von einer Ungezieferplage.
Schon im Alten Testament wurde die Heuschreckenplage erwähnt, bei der massenhaft auftretende Heuschreckenschwärme die Ernte vernichteten. Weitere bekannte Schädlinge sind verschiedene Schimmelpilze, Käferarten, Läuse, Mäuse und Ratten. Blattläuse und diverse Käfer (Borkenkäfer) schaden direkt den Pflanzen. Säugetiere wie Mäuse und Ratten vergehen sich meistens an bereits geernteten Feldfrüchten und nisten in den Nahrungsmittelspeichern der Menschen. Heute rückt man den Schädlingen mit Giften zu Leibe, früher wurden den Schädlingen andere Organismen entgegengesetzt. So wurden im alten Ägypten Katzen als heilige Tiere verehrt, weil sie das einzige Mittel gegen Mäuse- und Rattenplagen waren.

Seuchen und Pandemien

Seuchen und Pandemien werden von Schädlingen anderer Art ausgelöst: Bakterien, Viren und parasitäre Mikroorganismen wie Pilze und Würmer können Infektionskrankheiten verursachen. Besonders neue Mutationen dieser Erreger können zur raschen Ausbreitung von Seuchen führen, da das Immunsystem der Menschen neuen Erregern nichts entgegenzusetzen hat und wirksame Medikamente fehlen.

Eine der bekanntesten Seuchen ist die Pest. Besonders im Mittelalter entvölkerte diese Infektionskrankheit ganze Landstriche. Als Überträger der Pest wurden Ratten und Läuse verantwortlich gemacht und hier schließt sich der Kreis zu den Plagen. Ein globaler Temperaturrückgang steht im Verdacht die Pandemie begünstigt zu haben. Möglicherweise wurde der Temperaturrückgang durch einen gigantischen Vulkanausbruch im Jahre 535 n.Chr. hervorgerufen. Man sieht, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen im System Erde sind sehr komplex.

Die Spanische Grippe forderte zwischen 1918 und 1920 mindestens 25 Millionen Menschenleben. Aktuelle sterben weltweit täglich 5700 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion.

Die modernen Verkehrsmittel begünstigen die rasche Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Dem gegenüber steht ein gut funktionierendes Netz von Gesundheitsbehörden, die eine Ausbreitung von Pandemien entgegenwirken. Bessere Hygiene, Gesundheitsvorsorge und Behandlungsmethoden wirken der Ausbreitung von Krankheiten entgegen, können diese aber nicht immer zuverlässig verhindern.

Eine der jüngsten Pandemien nahm im Mai 2011 ihren Anfang. Ein bis dahin relativ ungefährliches Kolibakterium aus dem Magen von Wiederkäuern mutierte und verursachte beim Menschen blutige Durchfälle mit "Hämolytisch-Urämischen-Syndrom", an dem zahlreiche Menschen starben. Der Erreger verbreitete sich innerhalb von wenigen Wochen global.

Im Frühjahr 2014 begann sich das Ebola-Virus in Westafrika auszubreiten. Bisherige Ausbrüche der gefährlichen Fiebererkrankung waren lokal begrenzt, doch nun breitete sich das Virus in mehreren Ländern aus. Bis zum Herbst starben mehr als 3400 Menschen. Im Oktober 2014 wurden erste Fälle in den USA und Europa bekannt.
Das Ebola-Virus wurde nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo benannt. Dort brach die Krankheit 1976 zum ersten Mal aus. Bis zu 90% der Infizierten sterben an Ebola. Erprobte Medikamente, oder Impfungen gibt es derzeit nicht. Einige experimentelle Medikamente wurden zur Behandlung eingesetzt.

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