Vulkanausbrüche und Vulkankatastrophen

Weltweit werden ca. 1900 Vulkane als aktiv eingestuft und 40 - 50 Vulkane brechen jährlich aus. Die Auswirkungen der meisten Ausbrüche beschränken sich auf die unmittelbare Nähe zum Eruptionszentrum und gefährden selten Menschen. Es kommen aber auch immer wieder große Ausbrüche vor die viele Opfer zufolge haben. Die stärksten Vulkanausbrüche können sogar globale Folgen haben, indem sie das Klima beeinflussen.

Einige Vulkane wie Stromboli und Yasur gelten als daueraktiv und produzieren mehrmals täglich kleine Explosionen. Es gibt auch einige Vulkane in deren Kratern rotglühende Lavaseen brodeln. Beispiele hierfür sind der Kilauea auf Hawaii und der Erta Alé in Äthiopien. Von diesen "offenen Systemen", die rot glühende Lava fördern geht allerdings nur eine geringe Gefahr aus. Meistens fließen Lavaströme zu langsam um Menschenleben zu gefährden. Allerdings können sie Häuser und ganze Städte zerstören. Äußerst selten sterben Menschen durch fließende Lava. Dies kommt normaler Weise nur vor, wenn große Mengen dünnflüssiger Lava hohe Geschwindigkeiten erreichen, so wie im Jahr 2002 am Nyiragongo im Kongo geschah, als der Lavasee durch einen Riss in der Vulkanflanke auslief.

Ein hohes Gefahrenpotenzial haben hingegen Vulkane, die nur selten ausbrechen und lange ruhen. Ihre Fördersysteme sind bis zur Eruption geschlossen, wodurch sich im Inneren des Vulkans hoher Gasdruck aufbauen kann. Dies ist meistens bei Vulkanen der Fall, die sogenannte "graue Eruptionen" produzieren. Das sind Vulkanausbrüche bei denen viel Vulkanasche gefördert wird. Hierbei handelt es sich um stark fragmentiertes Lavagestein, das durch starke Explosionen zu Staub zerblasen wird. Bei solchen Eruptionen entstehen oft pyroklastische Ströme. Das sind Wolken aus super heißen Gas, Vulkanasche und Lavabrocken. Diese Wolken rasen mit hoher Geschwindigkeit den Vulkanhang hinab und zerstören alles auf ihrem Weg.

Vulkanasche selbst kann zu einem Problem werden. Besonders bei Regen bringt sie Hausdächer zum Einsturz und es entstehen Lahare (Schlammströme). Die Asche kann ganze Regionen bedecken und das öffentliche Leben stark beeinträchtigen. Vieh verhungert, da es nichts mehr zu fressen findet. Der Flugverkehr kommt zum Erliegen. Ascheteilchen und Aerosole steigen bis in die Stratosphäre auf und verteilen sich mit den Höhenwinden weltweit. Die mikroskopischen Teilchen reflektieren dabei Sonnenlicht ins Weltall zurück, wodurch sich die Lufttemperatur verringert. Im schlimmsten Fall kann sogar ein vulkanischer Winter entstehen, der mit einem nuklearen Winter nach einem Atomkrieg vergleichbar wäre. Der schlimmste Fall tritt bei sogenannten "Supervulkan-Eruptionen" auf, die von einem besonderen Vulkantyp verursacht werden, den Calderavulkanen.

Die Calderavulkane zeichnen sich durch eine große Hohlform im Boden aus. Diese entsteht dadurch, dass sich die Magmakammer bei gewaltigen Eruptionen komplett entleert und ihre Decke in sie hineinstürzt. Die Eruptionen der Calderavulkane erfolgen in Abständen von mehreren Jahrtausenden. Bekannteste Vertreter dieser Art sind der Yellowstone-Vulkan, der Toba und die Campi Flegrei in Italien.
Bisher ging man davon aus, dass diese gefährlichen Vulkane langsam wieder aktiv werden und so eine lange Vorwarnzeit bleibt. Doch neuste Forschungsergebnisse beweisen das Gegenteil: zumindest für die Campi Flegrei haben Wissenschaftler herausgefunden, das der Vulkan innerhalb weniger Tage ohne große Vorwarnung ausbrechen kann.



Weiterführender Link: Chronik der Vulkankatastrophen

Copyright Marc Szeglat 2016. Design by elemis. All rights reserved.